Jahreshauptversammlung 03.01.2026

Gemeinsames Feuerwehrzentrum für Lamspringe-Nord als Lösung?

„Heini“ Klußmann für 70-jährige Mitgliedschaft geehrt – Sehlem plant Kinderfeuerwehr

 

VON ACHIM NEUBERT

Sehlem. Mit klaren Worten skizzierte Ortsbrandmeister Bernd Klußmann auf der Jahreshauptversammlung der Sehlemer Wehr die Situation der Brandschützer in der Gemeinde Lamspringe. Deren Brandschutzbedarfsplan habe ergeben, dass acht von neun Feuerwehrhäusern nicht mehr den Anforderungen genügten. „Dazu gehört auch unser Feuerwehrhaus“, stellte Klußmann fest und belegte das anhand konkreter Zahlen zu Platzproblemen und fehlender Ausstattung. Da klar sei, dass die Gemeinde nicht acht neue Gebäude bauen könne, haben die Ortsbrandmeister aus Sehlem, Evensen und Harbarnsen die Initiative ergriffen und sich mit dem Gemeindebrandmeister zusammengesetzt, um auszuloten, ob und wie zukünftig bei einem Neubau am Standort Nord eine gemeinsame Nutzung möglich erscheint. Ein solches Feuerwehrzentrum sollte dann im Bereich der Stützpunktfeuerwehr Sehlem errichtet werden.                           Die einzelnen Ortswehren sollen dabei ihre Selbstständigkeit behalten. Klußmann machte allerdings deutlich: „Wir müssen aber in absehbarer Zeit mit den Planungen beginnen. Wie sich Politik und Verwaltung zu unserem Vorhaben im Bereich Nord äußern, werden wir gespannt verfolgen.“ Unterstützung erhielt er von Gemeindebrandmeister Ralf Kasten, der erklärte: „Es muss gebaut werden.“

Als eine große Gefährdung sieht Bernd Klußmann die Parksituation vor dem Feuerwehrhaus am Thieberg. Manches Mal, vor allem an Wochenenden, sei die Straße so zugeparkt, dass man sich frage, „wo wir Einsatzkräfte im Einsatzfall parken sollen und wie unsere Fahrzeuge überhaupt den Hof verlassen können.“ Der Ortsbrandmeister sprach sich für ein baldiges Gespräch mit der Verwaltung aus, dessen Ziel ein absolutes Halteverbot an beiden Straßenrändern sein müsse, außer für Einsatzkräfte. „Wenn erst etwas passiert, ist es zu spät“, befürchtet Klußmann.

Seit neun Monaten gilt im Land Niedersachsen eine neue Feuerwehrverordnung, die unter anderem auch eine neue Dienstkleidung erfordert. Die Kosten für die Ausstattung von rund 300 Euro pro Person müssen die Kommunen tragen. Für die Gemeinde Lamspringe wurde ein Wechsel in mehreren Abschnitten festgelegt. Dieses könnte zu Problemen für das einheitliche Auftreten beim Fest zum 125-jährigen Bestehen im nächsten Jahr führen, so der Sehlemer Feuerwehrchef. Die Einsatzstatistik mit 16 Brandbekämpfungen, 15 Hilfeleistungen und zwei Brandsicherheitswachen bezeichnete er als “ganz normales Feuerwehrjahr“, obwohl „leider auch Einsätze an der ICE-Trasse mit tragischem Hintergrund“ dazugehörten.

Insgesamt wurden von den 29 Aktiven 750 Einsatzstunden absolviert. Für diese ehrenamtliche Arbeit sprach ihnen Bernd Klußmann ebenso seinen Dank aus wie die Zug- und Gruppenführer Justin Baumgardt und Constantin Klußmann sowie Abschnittsleiter Stefan Marhauer.. Dem schlossen sich Gemeindebürgermeister Andreas Humbert und Ortsbürgermeister Martin Hauk an, die auch das besondere Engagement der Wehr bei den örtlichen Veranstaltungen hervorhoben.

Nach dem Kassenbericht von Christin Mähden („weiterhin solides Niveau“) waren die Neuwahlen in das Kommando reine Formsache: Ralf Klußmann als Schriftführer und die beiden Gerätewarte Uwe Müller und Steffen Weißmann wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Neuer Kassenprüfer für den ausscheidenden Armin Seegers wurde Ingo Ahrens.

Nachgeholt wurde die Auszeichnung des Landes Niedersachsen zum Weihnachtshochwasser vor zwei Jahren. Die Ehrennadel 2023 gab es für Justus Gödecke, Paul Weidner, Christoph Serini, Jürgen Oelkers und Tim Wolf.

Befördert wurden Erik Burgdorf zum Feuerwehrmann, Christin Mähden (Oberfeuerwehrfrau), Justus Gödecke, Till Wegener, David Mainzer, Paul Weidner (alle Oberfeuerwehrmann), Justin Baumgardt und Carsten Sandvoß (beide Brandmeister) sowie Klaus Sukopp und Fabian Klußmann jeweils zum Hauptbrandmeister.

Zahlreiche Ehrungen gab es für langjährige Mitgliedschaften.

Mit „Standing Ovations“ wurde dabei Heinrich „Heini“ Klußmann gedankt für seine 70-jährige Mitgliedschaft in der Sehlemer Wehr. Eine Ehrung, die selbst im gesamten Landkreis selten ist.

60 Jahre dabei sind Norbert Heinrich, Jürgen Kracke, Günter Otto, Gustav Engelmann, Wolfgang Artelt, Ernst-August Marhauer und Werner Bartens. Auf 50 Jahre können Ralf Hoppe und Henning Grobe zurückblicken und auf 40 Jahre Erich Herr, Arnd Kreipe, Alfred Sukopp, Jochen Müller und Frank Anders. Vor 25 Jahren eingetreten sind Jaqueline Müller, Christine Höfel und Hans Lehner.

 

Eine gute Nachricht hatte Ortsbrandmeister Bernd Klußmann noch zum Schluss der Versammlung: Im kommenden Frühjahr soll ein neuer Anlauf genommen werden, um Nachwuchs zu gewinnen. Birgit Sukopp sowie Ralf und Sabine Weißmann wollen sich der Aufgabe stellen, eine Kinderwehr zu betreuen. Die Gründung soll in den nächsten Wochen vorbereitet werden.

Foto 1: Seltenes Motiv: Sohn Bernd Klußmann gratuliert als Ortsbrandmeister seinem Vater zur 70-jährigen Mitgliedschaft in der Feuerwehr Sehlem.

Foto 2:   Die Beförderten der Sehlemer Wehr mit Gratulanten

Foto 3:  Ehrung für 25 jährige Mitgliedschaft, Arndt Kreipe und Jaqueline Müller mit Bürgermeister Andreas Humbert und Orts-Bm. Klußmann

Foto 4: Für ihre jahrzehntelange Zugehörikeit zur Wehr ehrte Bernd Klußmann (rechts) Ralf Hoppe (50 Jahre), Gustav Engelmann, Günter Otto, Jürgen Kracke und Norbert Heinrich (alle 60 Jahre).

 

Foto5: Erfüllt nicht mehr die Anforderungen: Das Sehlemer Feuwehrhaus stellt Lamspringes Politik und Verwaltung vor erhebliche Probleme, wie auch die Gebäude in sieben anderen Ortsteilen.

Fotos: Achim Neubert